Faszientraining – was es ist und wie es geht

Fascia Training—What It Is and How to Do It
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Wenn von Ausdauer- oder Krafttraining die Rede ist, wissen wir alle, was sich dahinter verbirgt. Doch aktuell ist auch immer wieder von einer anderen Trainingsform die Rede – dem sogenannten Faszientraining. Experten raten Sportlern dazu, neben ihrem eigentlichen Training auch noch die Faszien zu trainieren. Doch was genau sind Faszien, warum sollte man sie trainieren und welche Faszien-Übungen bieten sich hier an? pjuractive hat sich einmal genauer mit dem Thema beschäftigt.

Was sind Faszien?

Faszien gehören zum Bindegewebe. Man findet sie an unseren Muskeln und Bändern, denn Faszien umhüllen diese. Außerdem werden auch unsere Organe von Faszien umgeben. Sie sind im gesamten Körper vorhanden und sorgen unter anderem dafür, dass unsere Muskeln, Bänder und Organe in ihrer Form bleiben und die nötige Spannkraft vorherrscht. Zusätzlich verhindern Faszien, dass unsere Muskeln aneinander reiben. Insgesamt halten Faszien unseren Körper aufrecht und stabilisieren diesen. Außerdem sorgen sie auch für eine verbesserte Koordination. Man unterscheidet hierbei oberflächliche, tiefe und viszerale Faszien.

Oberflächliche Faszien: Sie liegen, wie der Name schon sagt, oberflächlich, im Unterhautgewebe und haben die Aufgabe, das unter ihnen liegende Gewebe zu schützen. In ihnen finden sich außerdem Lymphgefäße und Drüsen und sie tragen zum Schutz der Nervenbahnen bei.

Tiefe Faszien: Diese Faszien befinden sich in den tieferen Körperregionen und verbinden dort die Muskeln mit den Knochen. Sie sorgen also dafür, dass wir unsere Beine und Arme überhaupt bewegen können. Außerdem verhindern sie dort auch, dass unsere Muskeln aneinander reiben und sie umhüllen die Knochen, Blutgefäße, Nervenbahnen und die Gelenkkapseln.

Viszerale Faszien: Diese Faszien schützen die Organe. Sie geben diesen die nötige Stabilität, sorgen aber gleichzeitig auch dafür, dass bei Bedarf eine gewisse Verschieblichkeit vorherrscht. Denn wenn es zu einem Unfall kommt oder auch bei einer Schwangerschaft geben zum Beispiel Magen, Darm oder Leber nach und können sich für eine kurze Zeit verschieben, ohne dabei etwas von ihrer Funktion einzubüßen.

Worum geht es beim Faszientraining eigentlich?

Beim Faszientraining geht es darum, durch eine gezielte Massage und großflächigen Druck verdrehte oder verklebte Faszien zu lockern und somit Verspannungen zu lösen. Außerdem soll durch das gezielte Training der Faszien die Durchblutung gefördert werden. Stellt man es richtig an, dann kann Faszientraining auch Gelenk- oder Rückenschmerzen lindern und den Bewegungsapparat mobilisieren. Generell gesagt, geht es darum, ein rundum gutes Körpergefühl zu schaffen. Vor allem nach einem anstrengenden Training empfehlen Experten zusätzlich noch ein gezieltes Faszientraining. Denn es wird angenommen, dass auch die Faszien an Muskelkater nach einem intensiven Training schuld sind. Diese sollen dann Mikroverletzungen haben und den Schmerz verursachen, den wir als Muskelkater wahrnehmen.

What does fascia training actually involve?
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Faszientraining – welche Möglichkeiten es gibt

Um deine Faszien zu trainieren, bieten sich viele verschiedene Trainingsmöglichkeiten an. Faszientraining kann aus Dehn- und Sprungübungen, federnden Bewegungen, entspannenden Übungen oder auch fließenden Bewegungen bestehen. Ein paar Möglichkeiten, wie du deine Faszien trainieren kannst, listen wir dir hier auf:

Faszientraining mit der Blackroll

Die Blackroll wird wohl am ehesten mit dem Begriff Faszientraining in Verbindung gebracht. Sie kommt zum Einsatz, um Fehlbelastungen zu korrigieren und Haltungsschäden vorzubeugen. Außerdem kann sie Überlastungserscheinungen durch sportliche Betätigung vermeiden und zur Erholung der Muskulatur und einer Steigerung der Durchblutung beitragen.

Beispielsweise lassen sich mit der Blackroll Rückenschmerzen vorbeugen. Eine Übung dazu ist die flächige Rückenübung liegend. Dazu setzt man sich zunächst einmal auf die Blackroll, stützt sich dann mit den Händen am Boden ab, um langsam in Rückenlage zu rollen. Die eigentliche Übung besteht dann darin, langsam vom Steißbein bis zu den Schultern zu rollen. Durch diese Übung kannst du die Muskulatur deiner Brustwirbel-Säule lockern.

Auch die Faszien von Po und Oberschenkel können mit der Blackroll trainiert werden. Dazu setzt man sich ebenfalls zunächst auf die Blackroll, stützt sich mit den Händen schulterbreit ab, streckt ein Bein aus und stellt das andere auf. Wenn die Blackroll richtig platziert ist, dann kannst du das aufgestellte Bein ebenfalls etwas anheben und die Faszienrolle dann unterm Po vor- und zurückrollen.

Das sind nur zwei mögliche Übungen, die lediglich ein paar Körperbereiche trainieren. Es gibt außerdem spezielle Faszien-Übungen für Nacken und Schultern, für die Brust, den Bauch, für die Arme und für die Waden.

Pilates zum Training deiner Faszien

Bei Pilates handelt es sich um ein Ganzkörpertraining bei dem ganze Muskelketten trainiert werden können. Sowohl Kraft als auch Beweglichkeit werden mit Pilates-Übungen trainiert und eben auch die Faszien. Auch wenn Joseph Pilates, der Begründer des Pilates-Trainings, noch nichts von Faszien wusste, ist Pilates dennoch optimal dafür geeignet, den Faszien etwas Gutes zu tun. Grundsätzlich ging es Joseph Pilates um eine Trainingsform, bei der Geist und Körper miteinander in Einklang gebracht werden sollten. Daher besteht Pilates sowohl aus gezielten Atemtechniken, Kraftübungen, Koordination als auch Stretching. Hauptsächlich richtet sich Pilates an unsere Körpermitte. Die Muskulatur der Wirbelsäule, aber auch der Rumpf und der Beckenboden sollen gezielt gestärkt werden. Alle Bewegungen, die beim Pilates ausgeführt werden, sind dabei besonders schonend für unsere Gelenke und Bänder und sollen diese kräftigen. Die Waage, die Standwaage, die Brücke, der Sonnenaufgang oder der Beinlift sind dabei nur einige von zahlreichen Pilates-Übungen. Am besten ist es, Pilates in einem Kurs mit einem Trainer zu machen – vor allem wenn du dich das erste Mal an diese Trainingsmethode herantastest.

Regelmäßiges Faszientraining kann zu mehr Bewegungsfreiheit beitragen, Verletzungen vorbeugen und für ein besseres Wohlbefinden sorgen. Probiere es aus und füge Faszientraining zu deinem Trainingsplan hinzu!

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